Kaum ein Satz wird in der Immobilienbranche so oft zitiert wie „Lage, Lage, Lage“. Dahinter steckt eine einfache Wahrheit: Ein Gebäude lässt sich sanieren, umbauen oder erweitern, der Standort dagegen bleibt. Doch was macht eine gute Lage konkret aus?
Die Makrolage
Die Makrolage beschreibt das größere Umfeld: die Region, die Stadt oder Gemeinde. Wichtige Kriterien sind die wirtschaftliche Entwicklung, die Arbeitsmarktsituation, die Bevölkerungsentwicklung und die Anbindung an Verkehrswege. Regionen mit wachsender Bevölkerung und stabilen Arbeitgebern verzeichnen in der Regel eine höhere Nachfrage nach Wohnraum.
Die Mikrolage
Die Mikrolage betrachtet das unmittelbare Umfeld: die Straße, die Nachbarschaft, die Nähe zu Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichem Nahverkehr. Auch Lärm, Ausblick, Grünflächen und die Ausrichtung des Grundstücks spielen eine Rolle. Zwei Häuser im selben Ort können sich allein durch ihre Mikrolage deutlich im Wert unterscheiden.
Lage ist relativ
Was eine gute Lage ist, hängt von der Zielgruppe ab. Familien legen Wert auf Schulen und ruhige Straßen, Berufspendler auf eine schnelle Verkehrsanbindung, ältere Käufer auf ärztliche Versorgung und kurze Wege. Bei der Bewertung kommt es daher darauf an, für welche Käufer- oder Mietergruppe eine Immobilie besonders attraktiv ist.
Entwicklung im Blick behalten
Lagen verändern sich. Neue Bahnanbindungen, Gewerbeansiedlungen oder Neubaugebiete können ein Umfeld aufwerten, während der Wegfall von Infrastruktur das Gegenteil bewirken kann. Ein Blick in Bebauungspläne und kommunale Entwicklungskonzepte lohnt sich deshalb sowohl für Käufer als auch für Verkäufer.
Woher die Daten kommen
Bodenrichtwerte der Gutachterausschüsse geben einen ersten Hinweis darauf, wie der Markt eine Lage einschätzt. Sie sind in vielen Bundesländern online frei abrufbar und bilden eine wichtige Grundlage jeder professionellen Wertermittlung.